Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart

SINUS – Sinnvoll und Sozial

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren des Landes Baden-Württemberg
Auftraggeber

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren des Landes Baden-Württemberg

 Weitere Akteure Landkreis Konstanz (Jobcenter, Sozialamt); Caritas, AGJ, AWO und Diakonie
Forschungsauftrag

Im Landkreis Konstanz wurde auf Initiative einiger karitativer Verbände das Projekt „SINUS – Sinnvoll und Sozial“ implementiert, welches sich als Projekt zur ganzheitlichen und umfassenden Betreuung und Unterstützung von langzeitarbeitslosen Menschen mit psychosozialem Unterstützungsbedarf nach § 16 a, Nr. 3 SGB II versteht. Es ist ein kommunal gefördertes Arbeitsprojekt.

Als Zielgruppen werden benannt:

  1. SGB-II Kunden, die einen Bedarf an psychosozialer Beratung, Stabilisierung und Tagesstruktur haben, vornehmlich ELA-Absolventen (Empowerment für langzeitarbeitslose Menschen – ein ESF gefördertes Projekt der LIGA im Landkreis Konstanz) aber auch andere Personen mit Multiproblemlagen.
  2. Personen mit einer psychischen Beeinträchtigung, bei denen zum Teil eine Erwerbsminderung vorliegt.

Ziel des Projekts ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bzw. die Teilhabe des genannten Personenkreises an Beschäftigung. Um dies zu erreichen erarbeitet SINUS

  • mit den o.g. Zielgruppen die Wiedererlangung von Selbstvertrauen, von Selbsthilfepotenzialen und von Vertrauen in das angebotene Hilfesystem. Die Teilnehmer können ihre Stärken neu kennenlernen und über kleine Schritte lernen, die Verantwortung für ihre Tagesstruktur und die ihrer Familien wieder zu übernehmen.
  • Ein Fokus von SINUS liegt auf der gesundheitlichen Abklärung: Welcher Art ist die gesundheitliche, insbesondere die psychische Beeinträchtigung, wie kann damit umgegangen und wie können Lösungsstrategien erarbeitet werden?
  • SINUS arbeitet präventiv. Ohne die individuelle Begleitung mit Tagesstruktur drohen Gefahren wie Obdachlosigkeit, Suchterkrankungen, Gewalt, Chronifizierung von psychischen Erkrankungen und Jugendhilfebedarfen. Ein weiterer Zuwachs von Folgekosten in der Jugendhilfe und im Gesundheitswesen wird dadurch gebremst.

Aufgabe der wissenschaftlichen Evaluation und Begleitforschung im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, Referat „Sozialer Arbeitsmarkt, Grundsicherung“, ist es, Auskunft über Wirkungen und Effekte des SINUS-Projekts zu geben. Als Analysedimensionen sind von besonderem Interesse:

  1. Die Angebote selbst hinsichtlich der Realisierung der intendierten Wirkannahmen,
  2. der dauerhafte Verbleib der Adressaten sowie
  3. die Identifikation von Indikatoren, welche Folgerungen für die weitere Konzeptionierung zulassen.

Auf der Ebene der Angebote ist danach zu fragen, ob und wie diese im intendierten Sinne wirksam sind. Dazu sind die angewandten Arbeitskonzepte und Methoden zu beschreiben. Zur Identifikation und Bewertung der Wirkungen der Maßnahmen sind sowohl die subjektiven Wahrnehmungen und Deutungen der Adressaten selbst als auch die Bewertung der Vertreter der leistungserbringenden Einrichtungen einzuholen.

Schließlich gilt es, aus den Befunden zur Praxis und zur Wirksamkeit der Maßnahme Schlussfolgerungen für die weitere Konzeptionierung derartiger Angebote/Projekte zu ziehen. Dies betrifft insbesondere die Ebenen Maßnahmenkonzeption, Strukturbedingungen sowie rechtliche Normierungen oder organisatorische Rahmenbedingungen.

Projektleitung Prof. Dr. Rainer Göckler, Prof. Dr. Thomas Meyer, Prof. Dr. Annette Plankensteiner
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Stephanie Schmidt
Projektdauer November 2014 - Dezember 2017
Zuordnung
Formative Projektevaluation, Praxisforschung
Forschungsmethoden

Als Erhebungsmethoden werden eingesetzt:

  • Sekundärauswertung vorhandener Daten eines Klientenerfassungstools
  • Qualitative Interviews mit Experten und Teilnehmenden im Zeitverlauf
  • Gruppeninterviews mit den betreuenden Fachkräften bei den Trägern wie des beteiligten Jobcenters
  • Einrichtung einer Projektgruppe
Ergebnisse  

Zwischenbericht Anfang 2016

Abschlussbericht