Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart

Evaluation "Implementierung Kommunaler Pflegekonferenzen"

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Evaluation "Implementierung Kommunaler Pflegekonferenzen" - Ein begleiteter Prozess soll dazu dienen, evidenzbasierte Erfolgsmodelle Kommunaler Pflegekonferenzen im Land zu identifizieren, abzubilden und zu beschreiben. Zudem soll erreicht werden, dass Kommunen leichter die zentrale Steuerungsfunktion im Bereich der pflegerischen Infrastruktur wahrnehmen können. Es wird erwartet, dass dadurch Nachahmung und eigene Lernprozesse angeregt werden.

Auftraggeber Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Vertreterinnen Kooperationspartner

Ministerium für Soziales und Integration

Angela Postel, Leitung Referat Pflege (Ref. 33) 

Weitere Akteure: Zuständige von Kommunen und Landratsämter 

Forschungsauftrag

Das Ministerium für Soziales und Integration hat auf der Grundlage von § 4 des LPSG ein Förderprogramm zur Implementierung kommunaler Pflegekonferenzen ausgeschrieben. Die Kommunalen Pflegekonferenzen dienen der Stärkung der Vernetzung aller lokalen Akteure und damit auch der Strukturen im Vor- und Umfeld der Pflege sowie in der Pflege selbst. Es können bis zu 20 Modellstandorte gefördert werden. Ein begleiteter Prozess soll dazu dienen, evidenzbasierte Erfolgsmodelle Kommunaler Pflegekonferenzen im Land zu identifizieren, abzubilden und zu beschreiben. Zudem soll erreicht werden, dass Kommunen leichter die zentrale Steuerungsfunktion im Bereich der pflegerischen Infrastruktur wahrnehmen können. Es wird erwartet, dass dadurch Nachahmung und eigene Lernprozesse angeregt werden.

Kommunalen Pflegekonferenzen werden im LPSG vier Funktionen zugeordnet:

a) eine sozialplanerische Funktion

b) eine zusammenführend-vernetzende Funktion,

c) eine Entwicklungsfunktion für Quartiersarbeit und

d) eine politiksteuernde Funktion durch Erarbeitung von Empfehlungen.

Die Evaluation ist handlungs- und produktorientiert angelegt und soll folgende Kriterien erfüllen:

  • aktive Begleitung der Implementierung der Kommunalen Pflegekonferenzen
  • kritische Bewertung der zugrundeliegenden Konzepte (bezogen auf die Ziele der Kommunalen Pflegekonferenz, die geplanten Maßnahmen, die Beteiligten, die Kommunikationswege und Hierarchien)
  • Entwicklung eines Methodenkoffers zur Implementierung von Pflegekonferenzen über das Modellprojekt hinaus
  • abschließende Evaluation hinsichtlich der Zielerreichung und der Zufriedenheit aller Beteiligten sowie die Weiterentwicklung der Modellkonzepte (wünschenswert).

Fragestellungen der Evaluation

  • Wie sehen lokale Rahmenbedingungen aus bezogen auf a) Lokale Narrative, b) lokale Regime (bestehende Governanceformen),  c) lokale Akteurskonstellationen (Arten von Netzwerken), d) lokale Praktiken ( Verfahren, Spielregeln, Handlungswissen, Ziele)?
  • Wie unterscheiden sich Ausgangsszenarien für Pflegekonferenzen? Welche Bedeutung hat dies für den Prozess?
  • Welche Gunst- und Hemmfaktoren gibt es bei der Einführung und Durchführung von Pflegekonferenzen im Prozess? Welche Nebenwirkungen ergeben sich?
  • Wie sind PK`s von Aufwand und Ertrag her zu bewerten (Outcome/Output/Impact)? Welche Ergebnisszenarien gibt es?
  • Welche Empfehlungen ergeben sich für a) für die Einführung von Pflegekonferenzen, b) für die Weiterführung der bestehenden Pflegekonferenzen?
Projektleitung Prof. Dr. Paul-Stefan Roß
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Iren Steiner, Dipl.-Psychologin

Prof. Dr. Andrea Helmer-Denzel

Prof. Dr. Barbara Steiner

 

Projektdauer

01.05.2020 – 31.03.2022

Zuordnung
Wissenschaftliche Begleitung
Forschungsmethoden

Die vorgestellte Evaluation ist als systematische Prozessbegleitung, Prozessauswertung und Verschriftlichung und Konzeptentwicklung konzipiert. Es geht dabei um die Erfassung kommunaler Settings mit unterschiedlichen Vorerfahrungen, Verläufen, Erfolgs- und Hinderungsfaktoren sowie methodische Aspekte der Implementierung.

Sie fußt auf drei Bearbeitungspfaden, die im Projektzeitraum begleitend und parallel umgesetzt werden.

  • Konzeptentwicklung
  • begleitete Implementierung
  • proaktive Begleitung
Ergebnisse
  • Empfehlungen für die Praxis
  • Methodenkoffer, um die Erkenntnisse aus den Modellen für Kommunen im Land nutzbar zu machen