Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart

„Wir schauen hin“ – Eine verbandsinterne Armutsgefährdungsstudie

Caritasverbandes für Stuttgart e.V.

Ziel der Studie ist es, die Lebens- und Arbeitssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes für Stuttgart zu analysieren. Untersucht werden soll, ob ein erhöhtes Armutsrisiko für bestimmte Personengruppen, vor allem auch im Alter, besteht. Mit diesem Projekt beschreitet der Caritasverband für Stuttgart e.V. neue Wege: Bundesweit ist kein Vorhaben bekannt, in welchem ein großer Sozialverband in seiner Rolle als Arbeitgeber diese sensible Fragestellung aufgreift.

Auftraggeber

 Caritasverband für Stuttgart e.V.

Forschungsauftrag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wir schauen hin“ – Im ersten Jahr wird eine Ist-Analyse durchgeführt, um aus den empirischen Daten die betroffenen Risikogruppen herauszudestillieren und deren Armutsgefährdungsrisiko einzuschätzen.

Die zentrale forschungsleitende Fragestellung lautet:

Wie stellt sich die Situation bezogen auf materielle Armut und anstehende Armut für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Caritasverband für Stuttgart dar?

„Wir tun was“ – Im zweiten Jahr soll auf unterschiedlichen Ebenen weitergearbeitet werden. Es sollen Handlungsoptionen entwickelt werden, die dazu beitragen können, die Lebenssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern. Dabei stehen Fragen im Mittelpunkt wie:

  • Was kann der Verband tun?
  • Was können die Mitarbeitenden tun?
  • Wie können sinnvoll politische Signale gesetzt werden?

Besonders wichtig ist die Partizipation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gesamten Prozess.

Projektleitung

Prof. Dr. Susanne Schäfer-Walkmann

Prof. Dr. Plankensteiner
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Geraldine Höbel, Sozialpädagogin (M.A.)

Robert Walkmann, Dipl. Ing.

Projektdauer

01.05.2018 bis 30.04.2019

Zuordnung
Explorative Vorstudie
Forschungsmethoden

Sekundäranalysen und Recherchen

beinhalten Recherchearbeiten, Dokumentenanalysen und die Analyse der Bestandsdaten aus der Personalabteilung.

Primärdatenerhebung I: Explorative Experteninterviews mit ausgewählten Funktionsträgern

Eine Konturierung des Forschungsgegenstandes erfolgt mithilfe qualitativer Experteninterviews mit unterschiedlichen Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern.

Primärdatenerhebung II: Schriftliche Befragung aller Caritas-Mitarbeitenden

Die quantitative Befragung (Online bzw. Paper-Pencil) soll die wirtschaftliche und soziale Lage der Beschäftigten erfassen. Sie wird themenbezogen konzipiert und setzt auf den Erkenntnissen der Primärdatenerhebung I auf. Ergänzend dazu werden die in der Auswertung die erhobenen Daten für den CVS mit den landes- und bundesweiten Daten verglichen und mittels statistischer Verfahren ausgewertet.

Primärdatenerhebung III: Qualitative Tiefeninterviews zur Ableitung typischer Gefährdungsgruppen

Mithilfe der Methode der „maximalen Kontrastierung“ werden in vierzehn Tiefeninterviews diejenigen Mitarbeitenden um ein Interview gebeten, die hinsichtlich der ermittelten Risikofaktoren repräsentativ sind – und zwar in beide Richtungen. Befragt werden sowohl Menschen, deren Armutsrisiko aufgrund der empirisch ermittelten Faktoren kumuliert, als auch solche, deren Risiko ausgesprochen gering ist. Am Ende dieses Prozesses sollen analytische Typen abgeleitet werden, die Personengruppen beschreiben, die sich innerhalb des Caritasverbandes als besonders armutsgefährdet herauskristallisieren.

Für die Entwicklung von passgenauen Handlungsempfehlungen, die tatsächlich greifen, ist dieser Schritt besonders relevant auch für das zweite Projektjahr „Wir tun was“.

Evaluation bereits vorhandener Maßnahmen

Zusätzlich zu den beschriebenen Erhebungen werden bereits bestehende Maßnahmen auf ihre Wirkung hin untersucht, beispielsweise Kompensationsleistungen (z.B. Einkaufsverbünde), Teilhabemöglichkeiten oder Ergänzungsleistungen, die seitens des CVS für die Mitarbeitenden geleistet werden.

Ergebnisse Die Ergebnisse werden in einem Gesamtgutachten publiziert.